Vorgeschichte des Herrengürtels
Der Herrengürtel ist ein Kleidungsstück in Form eines Bandes. Er wird um die Taille getragen. Seine Funktion besteht darin, die Kleidung zusammen zu halten, damit sie besser sitzt. Oft wird der Gürtel nur als Schmuck getragen. Den Gürtel gibt aus fast allen Materialien wie z. B. Stoff, Leder, Kunststoff, Metall oder es wurde einfach nur ein Band oder ein Strick als Gürtel verwendet. Früher trugen die Männer einen Herrengürtel um ihre Lenden. Daher stammt die Redewendung “die Lenden gürten” – darunter versteht man, dass sich jemand für eine Reise fertig macht.
Mythologie
Kaum zu glauben, aber in fast allen Kulturen ranken sich Geschichten um den Gürtel. Dem Gürtel wird eine besondere Bedeutung zugemessen und ihm wird nachgesagt, dass er Kraft und Macht auf den Träger übertragen kann. So war der Gürtel in der griechischen Historie das Zeichen bei Frauen für ihre Jungfräulichkeit. Die Göttin Aphrodite besaß einen Gürtel, der ihren Liebreiz hervorhob. In der nordischen Mythologie trug der Gott Thor den Gürtel Megingiard. Dieser Gürtel verlieh ihm unermessliche Kraft. In der Nibelungen-Sage wird erzählt, dass Brünhild ihre Kraft verlor, nachdem Siegfried ihr den Gürtel gestohlen hatte.
Der liturgische Gürtel
Der liturgische Gürtel, den die Mönche um ihre Soutane tragen hat einen eigenen Namen, er heißt Zingulum oder Cingulum. In der lateinischen Sprache heißt Cingulum Gürtel. Doch ist ein Zingulum nicht, was wir uns unter einem klassischen Herrengürtel vorstellen. Das Zingulum ist manchmal ein Strick, manchmal ein Stoffband oder es kann auch aus Leder sein. Ein Stoffband ist häufiger mit dem Skapulier verbunden. Ein Skapulier ist ein breiter Stoffstreifen, der über die Ordenstracht getragen wird. Kleriker tragen als Gürtel ein breites Stoffband aus wertvollem Stoff. An der Farbe des Gürtels erkennt man, welchen Rang der kirchliche Würdenträger hat. Der normale Priester trägt ein schwarzes Zingulum um die Soutane, Bischöfe tragen ein violettes, Kardinälen ist die Farbe scharlachrot vorbehalten und der Papst trägt als einziger ein weißes Zingulum.
Herrengürtel in der heutigen Zeit
Heute ist von von der Mythologie und Liturgie nur noch wenig übrig geblieben – zumindest hat der Herrengürtel mittlerweile eine trivialere Bedeutung. Ohne große mythische Umschweife ist der Herrengürtel meist lediglich ein Stilobjekt; ein Accessoir, das einen Anzug oder ein gepflegtes Outfit abrundet. Ganz zu Schweigen vom funktionalen Wert des Gürtels: Dass die Hose dort sitzt, wo sie sitzen soll.